SPD Mannheim-Käfertal

 

Bezirksbeiratssitzung zum Vollsortimenter der Mannheimer Straße und zur Zukunft des Stempelparks

Veröffentlicht in Presseecho


SPD Stadträte und BBR im Zentrum des Sanierungsgebiets

Von MM Redaktionsmitglied Dirk Jansch

Bei der Gestaltung der "Neuen Mitte" Käfertals ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Wir stehen erst ganz am Anfang", machte Klaus Ellinger, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, bei der öffentlichen Bezirksbeiratssitzung klar. Bei dem Siegerkonzept des Schwetzinger Architekturbüros Lorentz handele es sich um einen "Vorvorentwurf". "Wir haben hier einen Abwägungsprozess: Den Parkdruck und den Erhalt des Stempelparks als grüne Lunge. Die Frage ist: Wie bekomme ich das unter einen Hut?" Bis dahin sei es noch ein weiter Weg, so Elliger.
Weitere Bürgerbeteiligung

Und der führt im weiteren Bebauungsplanverfahren über einen zweistufigen Bürgerbeteiligungsprozess. Kleine Änderungen seien in Absprache mit Edeka aber jetzt schon eingearbeitet worden, teilte Elliger mit. So soll die Anlieferzone vor dem Kulturhaus großzügiger gestaltet werden. Der zweigeschossige Bereich wurde auf Wunsch von Edeka von der Ecke Gartenstraße bis zur vorderen Gebäudekante an der Mannheimer Straße gezogen, um mehr Platz für Büroräume zu schaffen. Auf Anregung der Stadt soll der Vollsortimenter statt der geplanten Holzfassade eine Klinkeroptik erhalten. Michael Mayer, CDU-Sprecher im Bezirksbeirat, bekräftigte noch einmal den Wunsch nach einer Tiefgarage. "Wir wollen, dass der Stempelpark so groß bleibt", das sei ein "ganz, ganz wichtiger Punkt."

Mayer, wie auch seine SPD-Kollegin Melanie Seidenglanz, lobten den Bürgerbeteiligungsprozess unter Moderation von Dr. Alexander Kuhn von MVV Regioplan. "Ich habe das jederzeit als sehr fair und transparent empfunden", sagte Seidenglanz. Mayer hob den "vorbildlichen Informationsfluss" vonseiten des Fachbereichs Städtebau hervor. Ideen und Anregungen der Bürger seien mit in die Planungen mit eingeflossen. "Ich freue mich, dass wir mit Edeka einen guten Kooperationspartner für das Projekt Supermarkt gefunden haben", sagte Seidenglanz. Ihrer Meinung nach wurde mit dem Gewinnerentwurf "eine gute Balance" gefunden. Der begrünte Parkplatz bilde einen gelungenen Übergang zum Stempelpark.

Im Laufe der Diskussion wurden von Bürgerseite Bedenken wegen allzu massive Eingriffe in den Stempelpark sowie der Größe des Vollsortimenters mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und seiner Überlebensfähigkeit in einem Einzugsgebiet mit vielen umliegenden Einkaufsmöglichkeiten laut. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dort, wo sich ein Vollsortimenter ansiedelt, eine Magnetwirkung da ist", erläuterte Elliger. In seinen Einführungen hatte er Bezug auf das Acocella-Gutachten zum Zentrenkonzept genommen, das die Ansiedlung eines großflächigen Frequenzbringers als zentrale Maßnahme zur Stärkung der innerörtlichen Einzelhandelsstruktur und zur Wiederbelegung der Mannheimer Straße empfehle. "Wenn die bei Edeka so viele Millionen in die Hand nehmen, dann werden die sich das vorher ganz genau überlegt haben", zerstreute er Bedenken, der Vollsortimenter könne nach ein paar Jahren dichtmachen. Eine entsprechende Größe müsse aber sein, entgegnete er auf einen Einwand von Dr. Horst Schwab, der sich gerne einen kleineren Markt gewünscht hätte. "1200 Quadratmeter sind die untere Grenze, was die mitmachen", so Elliger,

"Ist es richtig, Grünflächen zu opfern für ein Gewerbeprojekt?" fragte eine Käfertalerin. Sie befürchtete, dass ein Drittel des Stempelparks verloren gingen. "Sie drängen die Leute auf immer engerem Raum zusammen", klagte sie. Schließlich seien Stellplätze unter Bäumen kein Park. Klaus Elliger versicherte, dass im Bebauungsplan exakte Flächenbilanzen vorgenommen und für wegfallendes Grün entsprechende Ausgleichsmaßnahmen ausgewiesen würden. Er bezweifelte aber, dass der Stempelpark in einer solchen Größenordnung schrumpfe. Das Freigelände des Kindergartens müsse als Grünfläche zwar dazugezählt werden, sei aber auch jetzt nicht öffentlich zugänglich.
"Mehr Zuversicht" gefordert

"Alle profitieren hier, wenn ein Markt herkommt", sprach sich Michael Merkel für eine sachliche Diskussion aus. Heinz Assel wünschte sich "etwas mehr Zuversicht" bei diesem Thema, anstatt immer alles von vornherein mit Misstrauen zu belegen. "Man kann niemals allen Bedürfnissen gerecht werden", meinte Melanie Seidenglanz. Sie appellierte, den eingeschlagenen Weg gemeinsam konstruktiv zu Ende zu gehen. "Wir haben hier eine recht schwierige und anspruchsvolle Aufgabe", bilanzierte Sitzungsleiterin Bürgermeister Dr. Ulrike Freundlieb. "Jeder muss sich bewegen und Kompromisse machen."

Klaus Elliger wies darauf hin, dass die städtebauliche Sanierung weit mehr umfasse als nur den Vollsortimenter und den Stempelpark. Die gesamte Mannheimer Straße solle aufgewertet werden. Dazu gehöre auch die Förderung von privaten energetischen Maßnahmen. Michael Mayer regte in diesem Zusammenhang an, auf einer zentralen Homepage alle Fördermöglichkeiten aufzuzeigen. Eine weitere Maßnahme ist die verbesserte Querung der B 38. Hierzu soll im Spätjahr ein weiterer Bürgerworkshop stattfinden. Elliger verwies auf neue Perspektiven im Zusammenhang mit der Konversion in Benjamin Franklin Village. Für Michael Mayer steht indes fest, dass statt der bisherigen Unterführung nur eine ebenerdige Querung in Frage komme. Das eingesparte Geld, so sein Vorschlag, könne ja dann zum Bau der Tiefgarage beim Edeka-Markt verwendet werden.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 28.09.2012

 

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